Orientteppich

Orientteppich – eine Definition

Bevor wir uns der unfassbaren Schönheit dieser Teppiche widmen, sollten wir kurz innehalten und fragen: „Was ist eigentlich ein Orientteppich?“ Unter diesem Begriff fallen interessanter Weise Teppiche aus verschiedenen Teilen unserer Erde. Unter dem Orient, dem sprichwörtlichen Morgenland, sind der gesamte arabische Raum, ein Großteil des asiatischen Festlands und China zusammengefasst. Orientteppiche sind Webwaren aus genau diesen drei Erdteilen. Ebenfalls klassisch für den Orientteppich sind die orientalischen Webmuster und die einzigartige Knüpftechnik. 
Orientteppich

Geschichtliches zum Orientteppich 

Geschichtlich gesehen ist der Teppich aus dem Orient ein Blick in die Vergangenheit. Bereits in vorchristlicher Zeit waren Teppiche bei den Nomadenvölkern des zentralasiatischen Raums Gang und Gäbe. An den Höfen von Sultanen und Mogulen wurde der Teppich zur Kunstform. Seit dem späten Mittelalter ist das Handwerk des Teppichknüpfens eine einzigartige Handwerkskunst, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. 
 

Die Herkunft formt den Namen eines Orientteppichs

Isfahan, Lori&Ghaschigai, Shiraz oder Nain – die mystisch anmutenden Namen werden Teppichen ihres Herkunftsortes oder ihrer Herkunftsregion nach verliehen. Die bekanntesten Teppicharten tragen Städtenamen aus dem Iran, Afghanistan, Tibet oder Indien. Eine kurze Auswahl der bekanntesten Teppicharten gefällig? Bitteschön: 

Isfahan: Isfahan war in der Vergangenheit die „Schönste unter den Städten“. Nicht umsonst schwärmt ein altes persisches Sprichwort von den Ziergärten und Prachtbauten: „Isfahan ist die Hälfte dieser Welt“. Der Teppich, der den Namen dieser sagenhaften Stadt trägt, ist die unantastbare Nummer EINS unter den Orientteppichen. Die kostbaren Stücke werden aus besten Materialien gefertigt. Feinste Korkwolle und Seide werden im perfekten Handwerk zu einem echten Meisterwerk geknüpft. Mit einer Knotendichte von einer Million (1.000.000!) Knoten pro Quadratmeter ist die Fertigung eines Isfahan Teppichs eine handwerkliche Meisterleistung, die Geduld und Erfahrung erfordert. 

Nepal: Beste Schurwolle, moderne Farben und eine von Generation zu Generation weitergegeben Fertigungstechnik – das ist der Nepal-Teppich! In den Teppichen aus dem asiatischen Raum vereinen sich moderne Trends, aktuelle Designs und traditionelles Handwerk.  

Nain: Ein Nain-Teppich ist ein Meisterwerk. Hochwertige Kehlwolle junger Schafe, eine Knotendichte vergleichbar mit der eines Isfahan und eine sagenhafte Detaildichte machen den Nain-Teppiche zu einem der wertvollsten Teppiche der Welt. 

Lori&Ghaschgai: Dieser Teppich aus dem Süden des Irans ist ein Blick in die Vergangenheit. Seit jeher knüpfen die Nomadenvölker der Region traditionell anmutende Teppiche. Ein Lori & Ghaschgai zeichnet sich durch bezaubernde Materialien, eine fantastische Färbung und klassische Motive aus. Diese Teppiche sind stoffgewordene Geschichte und ein absolutes Kulturgut!
 
Täbris: Ein Teppich aus dem fernen Aserbaidschan. Die dort lebenden Asari pflegen bis heute die Tradition des Teppichknüpfens. Täbris-Teppiche haben meist ein klassisches Mittelmedaillon, welches von Arabesken eingefasst wird. Sehr beliebt sind ebenfalls Motive des bäuerlichen Lebens in den vier Jahreszeiten. 

Shiraz: Die Stadt Shiraz (Schrias) im Südwesten des Irans steht für Lebensfreude und eine sehr lockere Atmosphäre. Ein echter Shiraz ist ein einfacher, dennoch handgeknüpfter Teppich, der durch kräftige Farben und natürliche Materialien begeistert. Verwendet werden ausschließlich heimische Wollarten. Die Knotendichte eines Shiraz liegt bei rund 70.000 – 150.000 Knoten pro Quadratmeter. 
Orientteppich
Beloutsch: Die Beloutschen (Belutschen) sind ein Nomadenvolk aus dem iranisch-afghanischen Grenzland. Die Teppiche dieses Landstrichs haben einen sakralen, fast meditativen Charakter. Häufigstes Motiv dieser Teppiche ist der Lebensbaum. Ein Beloutschen-Teppich trägt meist gedämpfte Farben (dunkelrot, schwarz oder braun). Beloutschen sind in ihrer Qualität über jeden Zweifel erhaben – dicht, dünn und ein Stück echter Handwerkskunst. Beloutschen werden häufig als Gebetsteppiche genutzt und werden deshalb mit Gebetsnische ausgeformt. 
Orientteppich

Beständiger Wert – die richtige Pflege eines Orienteppichs

Orientteppiche sind echte Wertanlagen. Damit der Teppich zum lebenslangen Begleiter wird, gilt es, diese Schätze richtig zu pflegen. Folgendes sollten Sie beachten:

Tägliche Pflege: Staub, Sand und Kieselsteine sind der größte Feind eines Teppichs. Regelmäßiges Staubsaugen schützt das Material und die Knüpfung des Teppichs. Ob klassisch manuell mit Staubsauger oder doch modern und bequem mit Hilfe des Staubsauger-Roboters bleibt Ihnen überlassen. 
Nicht täglich Staubsaugen! Ein guter Pflegerhythmus für den Orientteppich: Einmal die Woche absaugen. 

Lassen Sie den Teppichklopfer im Schrank! Flor und Teppich sind kostbar und empfindlich. Die „alte“ Methode des „Über-das-Treppengeländer-hängen-und-mit-dem-Teppichklopfer-vermöbeln“ hat ausgedient! 

Professionelle Pflege: In fast allen größeren Städten gibt es Anbieter, die sich der Restauration und Reinigung der kostbaren Teppiche verschrieben haben. Diese Spezialbetriebe haben das technische Knowhow und die Anrichte, einen Orientteppich sinnvoll und schonend zu reinigen. Wir empfehlen eine solche Reinigung in passenden Abständen. Kleinere Abnutzungen und entstehende Materialschwächen können so frühzeitig erkannt werden. 

Keine Hausmittel: Für den Fall der Fälle – keine Experimente! Auch wenn Großmutters Ratschlag (Backpulver, Salz, etc.) bei Sofa und Couch funktionieren mag. Ein Orientteppich ist eine Diva! Essig oder ähnliche Hausmittelchen können einen Teppich irreparabel beschädigen! Bei einem Accessoire im Gegenwert eines Kleinwagens sollte mit Vorsicht gereinigt werden.
 
Für Haustierbesitzer: Hunde- und Katzenhaare sind problematisch für unseren Orientteppich. Die robusten Haare können dem Teppich über einen längeren Zeitraum schaden. Diese nicht mit dem Staubsauger entfernen! Die schonendste Methode zur Entfernung: Mit einem feuchten Tuch ausbürsten. Dies schont den Flor und das Material des Teppichs.  


Die Rückkehr eines Klassikers – Der Orientteppich ist Trend 

Orientteppich
Für viele von uns sind Orientteppiche ein Teil der Erinnerung. Wie stolz waren die Großeltern damals auf den kleinen Schatz aus fernen Ländern. Lange war es still um die „Bodenschätze“ aus dem Orient. Seit Anfang der Zweitausendzehner nahm der Run auf Orientteppiche erneut Fahrt auf. Die handgefertigten Teppiche sind inzwischen trendiges Accessoires des New-Eastern-Design-Trends, gern gesehener Hingucker in modernen Designer Lofts der Upper Class und selbst in repräsentativen Besprechungszimmern entdecken wir immer häufiger die Schätze aus dem Morgenland. Formen, Muster und Farben bringen Glanz und einen Hauch Mystik in die häufig puristisch eingerichteten Räume. Gleichwohl ist die Anschaffung eines echten Orientteppichs alles andere als günstig, ein echter Isfahan ist nicht weniger als eine Investition fürs Leben. Der Trend rund um den Orientteppich nimmt gerade richtig Fahrt auf. Wir sind gespannt, wie sich der Boom rund um Täbirs und Shiraz weiterentwickelt – es kann nur steil bergauf gehen! 
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